Handrehabilitation (B.A. - Medizinalfachberufe)

Handrehabilitation

Wir bieten Ihnen ab dem WS 2009/10 in unserem von der AHPGS akkreditierten Bachelor-Fernstudiengang „Medizinalfachberufe" neben den bereits bestehenden Wahlpflichtmodulen „Lehre" und „Management", nun auch das Wahl­pflichtmodul „Handrehabilitation" an, das die Module „Clinical Reasoning" vertieft und vorrangig therapeutisch Interessierten einen attraktiven Studienschwerpunkt bietet. Dieser wird ausschließlich an der Akademie für Handrehabilitation in Bad Münder (Außeninstitut der DIPLOMA - FH Nordhessen) angeboten und unter Verantwortung und Qualitätssicherung durch die Hochschule als Wahlpflichtmodul „Hand­rehabi­litation", das im Kernkompetenzbereich der AfH liegt, durchgeführt.

Das Modul „Handrehabilitation" beinhaltet die Veranstaltungen 

  • Anatomie, Physiologie und Diagnostik der Hand
  • Diagnostik und Behandlungstechniken bei Handerkrankungen
  • Therapiemöglichkeiten interdependenter Gelenke mit Handbezug
  • Behandlungsmöglichkeiten systemischer und neurologischer Handerkrankungen

und endet mit einer Modulprüfung durch die DIPLOMA - FH Nordhessen; es umfasst 14 Credit Points (ECTS) des insgesamt 180 ECTS umfassenden Bachelor-Fernstudienganges „Medizinal­fachberufe".

Die Handchirurgie hat sich in den letzten Jahren zu einer etablierten eigenen Disziplin innerhalb der Ergo- und Physiotherapie entwickelt. Diese Spezialdisziplin erfordert von den Therapeuten eine über das normale berufsschulische erworbene Wissen hinaus profunde Kenntnis der anatomischen und physiologischen Strukturen und Topographie der Medizin. Die speziellen Krankheitsbilder und Verletzungsfolgen, die in unterschiedlichen Ausprägungsarten an der Hand auftreten können (z. B. beim Karpaltunnelsyndrom, Beuge- und Strecksehnenverletzungen, Synovektomie, Keloi­de/Hyperthropien, rheumatoide Arthritis, jegliche Form von Handgelenksfrakturen mir dem breiten Spektrum der posttraumatischen Instabilitäten wie im TFCC, DISI, PISI, CRPS-I- und II-Syndrom (vgl. unten) und viele Krankheitsbilder mehr, erfordern eine spezifische Beurteilung bei der Frage, welche Behandlungsverfahren und Methoden bei jeweiligen Patienten angewandt werden sollen.

Aufbauend auf den Kenntnissen der beruflichen Ausbildung der Physio- und Ergotherapeuten, werden spezielle Behandlungsverfahren und -methoden für das jeweilige Krankheitsbild in der Handtherapie und Handrehabilitation angewandt, z. B. die Begleittherapie diverser manualtherapeutischer Bewegungsverfahren (in sehr enger therapeutischer Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Arzt), Bau von diversen Schienensystemen, spezifisch auf die Handtherapie ausgelegte manuelle Mobilisations- und Stabilisationstechniken etc. Der Therapeut wählt das am Patienten optimale Behandlungsverfahren nach kritischer Analyse und Beurteilung aufgrund einer ausführlichen Bewegungsanalyse und eines umfassenden Befundes aus und kann innerhalb der Therapieeinheit Ergänzungen vornehmen. Die Behandlungs­er­geb­nisse werden an den zuvor gesetzten Behandlungszielen im Laufe der Behandlung gemessen und gegenüber dem Ursprungsbefund neu bewertet, ver­gli­chen und angepasst.

Dieses anspruchsvolle therapeutische Verhalten und Handeln erfordert sowohl eine Wissensvertiefung als auch instrumentelle und systemische Kompetenzen im medi­zinisch-therapeutischen Bereich. Der eben geschilderten Notwendigkeit wird in der Realität Rechnung getragen, indem man  heute in fast in jedem Krankenhaus eigens auf die Handchirurgie spezia­li­sierte Chirurgen etabliert. Daraus resultiert, dass auch sowohl in diesen Spezial­kliniken als auch in größeren Orten ambulante handchirurgische Praxen entstanden sind. Diese spezialtherapeutischen Einrichtungen arbeiten eng mit Krankenhäusern, Unfallärzten, Orthopäden, Ärzten für plastische Chirurgie und Reha-Kliniken zusammen.

Wie Prof. Dr. med. Towfigh als Leiter des Departements der Handchirurgie, Unfallchirurgie, Mikrochirurgie und plastischen Wiederherstellungschirurgie des St.- Barbara-Klinikums in Hamm, zugleich Mitglied der deutschen Gesellschaften für Unfallchirurgie und Handchirurgie und Lehrbeauftragter für Unfall-, Hand- und plastische Chirurgie der Universität Essen, in mehreren Gesprächen mit der DIPLOMA - FH Nordhessen geäußert hat, sieht er dringend Bedarf und die Not­wen­digkeit, speziell ausgebildete Handtherapeuten zukünftig zu Bachelors zu quali­fizieren, um einerseits die Therapiequalität zu sichern und andererseits die flächendeckende Versorgung der Patienten im handchirurgischen Bereich zu ge­währ­leisten.  

Auch zukünftig ist mit einem sehr hohen Bedarf an Handtherapeuten zu rechnen, wenn man davon ausgeht, dass allein abertausende Handverletzungen nach Sport­unfällen, Arbeitsunfällen, häuslichen Verletzungen und allgemeinen Erkrankungen der Hand einer spezialisierten Handtherapie bedürfen, um so schnell wie möglich in den Arbeitsprozess bzw. die Gesellschaft wieder eingegliedert zu werden. Insgesamt wird das Berufsbild der Ergo- und Physiotherapeuten Deutschlands durch den Bachelor „Medizinalfachberufe" mit einem Schwerpunkt „Handchirurgie" dem euro­pä­i­schen Standard angeglichen.

Übrigens: „Ehemalige" der Akademie für Handrehabilitation können sich bzgl. einer weiteren Anrechnung der bereits absolvierten AfH-Bau­steinreihe auf den Bachelor-Studiengang „Medizinalfachberufe" direkt bei der DIPLOMA - FH Nordhessen er­kundigen (Tel. 05722 95 05 26); dort erhalten Sie auch weitere Informationen zum gesamten Studiengang. Bitte beachten Sie, dass - wenn Sie sich für eine Vertiefung des Bachelor-Studiengangs "Medizinalfachberufe" durch das Modul "Handrehabilitation" entscheiden, Zusatzkosten (direkt zahlbar an die AfH Bad Münder) entstehen; nähere Informationen erhalten Sie unter www.handakademie.de.